Wenn der Heuschnupfen das Frühjahr trübt

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Die Tage werden länger, die Temperaturen steigen, in die Natur kommt wieder Leben; was viele Menschen freut, hat für Allergiker auch negative Seiten. Sobald wieder Pollen in der Luft sind, stellen sich bei Betroffenen auch typische Heuschnupfen-Symptome ein. Aber auch wer bisher nie Probleme hatte, kann plötzlich zum ersten Mal unter Heuschnupfen leiden. Dabei ist es keinesfalls so, dass alle Pollen erst dann fliegen, wenn der Frühling in vollem Gange ist.
Symptome nach Kalender?
Wann Allergiker unter dem Pollenflug leiden, hängt davon ab, welche Pollen die Allergie auslösen. Dabei gibt es auch sogenannte Frühblüher, die teilweise bereits ab Februar in der Luft sein können. Hier hat auch der Winter bzw. die Temperatur Einfluss: Nach einem milden Winter kann der Pollenflug früher beginnen. In vielen Fällen reagieren Allergiker zudem nicht nur auf eine einzige Sorte Pollen, was mit einer vergleichsweise kurzen Leidenszeit verbunden wäre, sondern tatsächlich auf mehrere verschiedene. Das kann dazu führen, dass Beschwerden zu mehreren unterschiedlichen Zeiten im Jahr auftreten. Unabhängig von der Sorte der Pollen sind aber die typischen Symptome, mit denen sich ein Heuschnupfen äußert:
- Verstopfte Nase / zugeschwollene Nebenhöhlen
- Häufiges Niesen
- Atemnot
- Gerötete, juckende oder brennende Augen
- Bindehautentzündung
Möglich sind auch Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Magen-Darm-Probleme, unter Umständen fühlen sich Betroffene schlapp und müde.
Heuschnupfen und die Folgen
Müdigkeit kann beim Heuschnupfen auch von schlechtem nächtlichem Schlaf kommen. Wer nachts nicht gut atmen kann, schläft schlechter. Müdigkeit und damit einhergehende weitere Probleme wie z.B. Konzentrationsschwierigkeiten können also zusätzliche Begleiterscheinungen eines Heuschnupfens sein. Während bei Erwachsenen die Leistungsfähigkeit im Beruf darunter leiden kann, besteht bei Kindern unter Umständen die Gefahr von schlechteren Noten, denn wer unter Allergiesymptomen leidet, kann schlecht lernen.
Darüber hinaus kann Heuschnupfen aber auch eine Vorstufe zu Asthma sein. Schon im Rahmen der Allergie können sich asthmatische Beschwerden zeigen. Heuschnupfen gehört zu den Inhalationsallergien, das heißt, der Körper reagiert auf Stoffe, die eingeatmet werden. Im Laufe der Zeit kann sich dabei ein sogenannter Etagenwechsel vollziehen. Dabei wandert die Allergie aus den oberen Atemwegen in die unteren, breitet sich also von der Nase bis in die Lungen und Bronchien aus.
Von hilfreichen Gewohnheiten bis Desensibilisierung
Heuschnupfen ist also nicht nur unangenehm, sondern kann auch ernst zu nehmende Folgen haben. Gleichzeitig ist er weit verbreitet. Bereits unter den Kindern zwischen drei und sechs Jahren gibt es einige Betroffene, in der Gruppe bis 17 Jahre ist der Anteil bereits deutlich und liegt bei etwas weniger als einem Fünftel. Um die Problematik richtig angehen zu können, braucht man zunächst eine Diagnose. Die Symptome können auf den ersten Blick einer Erkältung ähneln. Vor allem wenn man bisher nie mit Heuschnupfen zu tun hatte, denkt man womöglich nicht gleich an eine Allergie. Im Gegensatz zu einer Erkältung verschwinden die Beschwerden aber nicht nach wenigen Tagen. Wendet man sich mit den typischen Anzeichen an den Hausarzt, ist die Diagnose aber vergleichsweise einfach über einen Allergietest möglich.
Ist die Diagnose gestellt, ist es auch sinnvoll, auf Kreuzallergien zu testen, denn Allergien gegen Pollen gehen oft mit Allergien gegen andere Substanzen oder Lebensmittel einher. Häufig reagieren beispielsweise Birkenpollen-Allergiker auch auf Haselnüsse oder Äpfel. Der Arzt kann anschließend Medikamente verordnen, die gegen die Beschwerden helfen.
Zudem gibt es einige Gewohnheiten, die helfen, besser durch die Pollensaison zu kommen. An die frische Luft geht man besser nachmittags. Auch richtiges Lüften kann dazu beitragen, die Pollen wenigstens nicht in den Innenräumen zu haben. Draußen getragene Kleidung sollte man nicht mit ins Schlafzimmer nehmen und Haare im Idealfall vor dem Schlafengehen waschen. Hilfreich sind auch Pollenflugkalender, die teilweise tagesaktuell darüber informieren, wie stark der Pollenflug gerade ist.
Eine weitere Option ist eine Hyposensibilisierung. Diese ist bereits bei Kindern ab ungefähr fünf Jahren möglich. Die Erfolgsaussichten sind am größten, je schneller nach dem Auftreten der ersten Symptome damit begonnen wird. Verläuft eine solche Therapie erfolgreich, können die Beschwerden signifikant abnehmen.



