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Wasserqualität beim Baden: Deutschlands Gewässer überzeugen

Familie läuft lachend durch flaches Wasser an einem sonnigen Badesee.

© Robert Kneschke AdobeStock 297993003

Nach einem heißen Sommertag gleicht der Sprung in einen See einer wohlverdienten Erholung. Baden in natürlichen Gewässern ist gesund und dank der hohen Badegewässerqualität ist das Planschen in Deutschland auch unbedenklich.

Europaweit zeigt der Trend in dieselbe Richtung: 96 Prozent der Badestellen erreichten laut einem Bericht der Europäischen Umweltagentur die Mindeststandards, 85 Prozent sogar eine ausgezeichnete Qualität.

Was Wasserqualität beim Baden ausmacht

Badegewässer können fürs bloße Auge sauber wirken, auch wenn sie belastet sind. Daher basiert die Bewertung der Gewässerqualität auf mikrobiologischen Untersuchungen, die in Deutschland strengen, regelmäßigen Kontrollen unterliegen.

Objektive Messwerte machen Schadstoffe und Krankheitserreger wie Escherichia coli und intestinale Enterokokken sichtbar. Bei Letzteren handelt es sich um Keime, die aus dem Darm von Menschen und Tieren stammen. Durch Abwasser oder andere Einträge können sie in natürliche Badegewässer gelangen.

Verunreinigte Badegewässer, die unter den EU-Mindestanforderungen liegen, sind gesundheitlich relevant, weil beim Baden oft auch Wasser verschluckt wird und Magen-Darm-Beschwerden drohen. Auch Hautreizungen oder Infektionen der Schleimhäute sind möglich.

Durch moderne Abwasserreinigung und konsequente Kontrollen ist die Belastung in Deutschland jedoch meist gering. Baden ist in deutschen Gewässern somit in der Regel unproblematisch. Die Qualität kann sich aber gerade nach längeren Hitzeperioden kurzfristig verschlechtern. Die zuständigen Landesbehörden reagieren hierbei meist schnell mit Warnungen oder Badeverboten. Die aktuelle Bewertung vor Ort ist daher wichtiger als der gute Ruf eines Sees aus dem Vorjahr.

Wie sich Wasserqualität im Sommer verändert

Die Bewertung einer Badestelle basiert auf mehreren Einzelproben. Während der Badesaison überwachen die zuständigen Behörden die Badestellen in regelmäßigen Abständen und veröffentlichen die Ergebnisse. Aushänge an der Badestelle, Warnschilder und die offiziellen Online-Karten der Länder dienen dabei als verlässliche Quellen.

Vor allem im Sommer kann es wetterbedingt zu Schwankungen in der Wasserqualität kommen. In ruhigen, flachen Gewässern kann sich die Situation innerhalb weniger Tage verändern. Starkregen kann kurzfristig zu einer höheren Keimbelastung führen, wenn verunreinigtes Wasser aus der Umgebung eingetragen wird.

Zugleich fördert Wärme biologische Prozesse und beschleunigt das Wachstum von Mikroorganismen. In nährstoffreichen Gewässern betrifft das vor allem Blaualgen und in warmen Phasen auch weitere Keime.

Wasserqualität beim Baden ist insofern immer auch ein Tagesbild. Die Landesbehörden nennen eine einfache Faustregel zur Orientierung: Im knietiefen Wasser sollten die eigenen Füße noch gut zu sehen sein.

Blaualgen, Zerkarien & Vibrionen: Ihr Einfluss auf die Wasserqualität

Blaualgen

Blaualgen sind genau genommen Cyanobakterien, die sich bei warmem Wetter stark vermehren und erkennbar werden, wenn sich Wasser grünlich trübt. Großflächig sichtbar werden Blaualgen durch dichte Schlieren, Teppiche oder Aufrahmungen an der Wasseroberfläche. Manche Blaualgenarten bilden außerdem Toxine.
Verschlucken von durch Blaualgen verunreinigtem Wasser kann Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Hautreizungen begünstigen. An Tagen mit sichtbaren Algenansammlungen ist ein anderer Badeplatz dann die bessere Wahl.

Zerkarien

Zerkarien kommen vor allem in pflanzenreichen Uferzonen vor. Die winzigen Larven der Saugwürmer schwärmen bevorzugt aus, wenn sich Gewässer über 20 Grad erwärmen. Zerkarien können bei Hautkontakt mit Menschen eine Badedermatitis verursachen. Typisch dafür sind stark juckende Quaddeln oder Papeln. Ernsthafte Folgen sind aber selten.

Das Risiko einer durch Zerkarien verursachten Badedermatitis lässt sich durch einfache Maßnahmen minimieren. Dafür meidet man sehr flache Uferzonen weitgehend und trocknet die Haut nach dem Baden gründlich ab.

Vibrionen

Vibrionen sind seltene Wasserbakterien, die sich besonders in salzhaltigem Wasser über 20 Grad in Küstennähe, in Brackwasser und teils auch in leicht salzhaltigen Binnengewässern wohlfühlen. Für das Baden relevant wird das vor allem dann, wenn Wunden, Hautverletzungen oder frisch gestochene Tätowierungen mit belastetem Wasser in Kontakt kommen. Aus Vorsorgegründen empfiehlt es sich deshalb, mit offenen Wunden eher nicht in warmem Wasser zu baden.

Schwimmbad: Wasserqualität folgt anderen Regeln

Im Schwimmbad wird Wasser ständig gereinigt und desinfiziert. Zum Einsatz kommt dabei Chlor. Es zerstört bis zu 99,99 % aller Bakterien und wirkt oxidierend. Das macht es möglich, dass viele Menschen sicher im selben Becken baden können.

Chlor reagiert aber auch mit Schweiß, Urin und Hautschuppen. Die Nebenprodukte, die hieraus entstehen, sind typisch für den Hallenbadgeruch und können Augen, Nase und Atemwege reizen. Genau darum ist Duschen vor dem Schwimmen mehr als eine Höflichkeitsregel. Es senkt den Eintrag von Harnstoff und verbessert die Wasserqualität im Becken.

Fazit

Baden ist gesund und erholsam. Deutsche Badegewässer sind zum Glück sehr gut überwacht und der nassen Abkühlung im Sommer steht meist nichts im Wege. Aber auch wenn sich die Wasserqualität über dem europäischen Mindeststandard hält, haben veränderte Umweltbedingungen dennoch Auswirkungen.

Steigende Temperaturen und längere Hitzeperioden begünstigen das Wachstum von Mikroorganismen. Warnhinweise und Badeverbote sollten vor jedem Sprung ins kalte Nass beachtet werden.

Dann bleibt das Baden im See, Fluss oder Meer, was es sein soll: eine wohltuende Auszeit.

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