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Wann brauchen wir Nahrungsergänzungsmittel?

Verschiedene Nahrungsergänzungsmittel wie Kapseln und Tabletten mit Kräutern.

© amazing studio AdobeStock 492822594

Auf gesunde Ernährung bauen inzwischen ganze Industriezweige auf. Dabei spielen oft auch Nahrungsergänzungsmittel eine große Rolle. Die Auswahl an letzteren ist auch in vielen Supermärkten bereits groß. Nur: Braucht man Nahrungsergänzung tatsächlich? Und wenn ja, welche?

Meistens reicht ausgewogene Ernährung

Tatsache ist, dass der Körper eine große Bandbreite verschiedener Nährstoffe braucht, um gesund und leistungsfähig zu bleiben. Im Normalfall ist es jedoch durch eine ausgewogene Ernährung möglich, alle notwendigen Stoffe zu sich zu nehmen. Wenn man auf einen abwechslungsreichen Speiseplan achtet und dabei den Bedarf an Nährstoffen berücksichtigt, kommt es in unseren Breiten kaum zu einem Mangel.

Durch bestimmte Umstände kann sich der Bedarf an dem einen oder anderen Nährstoff jedoch im Laufe der Zeit ändern, manchmal auch nur für eine gewisse Zeitspanne. Gründe für einen erhöhten Bedarf können beispielsweise sein:

  • Alter
  • Erkrankungen
  • Diäten und einseitige Ernährung
  • Verlust von viel Flüssigkeit
  • Schwangerschaft und Stillzeit

Ein Beispiel für den letzten Fall ist Folsäure, hier benötigt der Körper während einer Schwangerschaft eine wesentlich größere Menge, als über die Ernährung aufgenommen werden kann. Im Idealfall nimmt man deswegen bereits bei einem bestehenden Kinderwunsch Folsäure ein. Auch niedrige Eisenwerte sind bei Schwangeren keine Seltenheit.

Unterversorgung nicht ausgeschlossen

Auch wenn Nährstoffmangel ein seltenes Phänomen ist, ist er also nicht komplett ausgeschlossen. Ein typischer Kandidat ist Vitamin D im Winter. Hier besteht bei vielen Menschen tatsächlich eine Unterversorgung. Das liegt daran, dass der Körper zum Herstellen des Vitamins Sonnenlicht braucht. In der dunklen Jahreszeit sinkt entsprechend der Vitamin-D-Spiegel. Besonders betroffen sind hier ältere Menschen, Menschen, die nicht nach draußen gehen, Bewohner von Pflegeheimen oder auch Babys, die man noch nicht dem Sonnenlicht aussetzen kann. Ein Mangel an Vitamin D kann sich z. B. negativ auf das Immunsystem auswirken oder zu Muskelschmerzen beitragen.

Auch bei Magnesium sind häufig ältere Menschen betroffen, aber auch nach einem hohen Flüssigkeitsverlust aufgrund einer Magen-Darm-Erkrankung kann es zu einem Magnesium-Mangel kommen. Bei häufigen Muskelkrämpfen kann Magnesium ebenfalls helfen.

Es gibt also Situationen, in denen die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln durchaus sinnvoll oder sogar notwendig ist. Es ist jedoch wichtig, nicht willkürlich zu irgendeinem Präparat zu greifen. Nahrungsergänzungsmittel werden häufig als harmlos angesehen, weil sie meist frei erhältlich sind, doch auch hier kann eine Überdosierung gefährlich sein.

Während eine Überdosierung einzelner Nährstoffe rein über die Nahrung kaum möglich ist, liegen diese in Nahrungsergänzungsmitteln in hohen Mengen vor. Gerade wenn man solche Präparate über längere Zeit einnimmt, kann es deswegen zu viel des Guten sein: Zu viel Vitamin D wirkt sich negativ auf die Nieren aus, zu viel Zink kann zu Vergiftungserscheinungen führen. Besonders groß ist hier das Risiko bei Stoffen, von denen man über die Nahrung tatsächlich bereits genug zuführt.

Wichtig ist, genau dort die Versorgung sicherzustellen, wo dem Körper wirklich etwas fehlt. Genau das ist jedoch für Laien nicht unbedingt immer klar zu erkennen.

Was fehlt mir eigentlich?

Die Anzeichen für einen Mangel können sehr diffus sein und auch andere Gründe haben. Eisenmangel zeigt sich z. B. oft in häufiger Müdigkeit, ständig krank zu werden kann an zu wenig Vitamin C liegen oder auch mit einem Vitamin-D-Mangel zusammenhängen. Hat man den Verdacht, dass ein Nährstoffmangel vorliegen könnte, hält man deswegen am besten Rücksprache mit dem Hausarzt. Dieser kann nicht nur zweifelsfrei feststellen, ob es sich um eine Unterversorgung handelt und wenn ja, welcher Nährstoff relevant ist, sondern auch die passende Dosierung empfehlen.

Nahrungsergänzungsmittel – ja oder nein?

Insgesamt lässt sich also festhalten, dass eine ausgewogene Ernährung meistens genügt, um den Körper mit allen Nährstoffen zu versorgen. In Ausnahmefällen sind Nahrungsergänzungsmittel jedoch sinnvoll, nämlich:

  • wenn ein erhöhter Bedarf festgestellt wurde,
  • wenn genau bestimmt wurde, welcher Nährstoff benötigt wird,
  • wenn dieser Nährstoff in der richtigen Dosierung eingenommen wird und
  • wenn keine Überdosierung von Nährstoffen stattfindet.

Eine Rücksprache ist also auf alle Fälle sinnvoller, als willkürlich ein Produkt einzunehmen, das womöglich die Beschwerden gar nicht lindert und im schlechtesten Fall auch noch neue Probleme macht.

Falls Sie hierzu Fragen haben, kommen Sie gern vorbei – wir beraten Sie!

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