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Schuppenflechte – häufig, aber nicht ansteckend

Rötliche, schuppige Hautstellen am Arm als Anzeichen von Schuppenflechte.

© helivideo AdobeStock 287414792

Auf der Liste der häufigsten Hauterkrankungen steht die Psoriasis, landläufig als Schuppenflechte bezeichnet, weit oben. Die Erkrankung lässt sich anhand des Zeitpunkts, zu dem sie erstmals auftritt, in eine Frühform (Typ 1) und eine Spätform (Typ 2) einteilen. Typ 1 betrifft Personen, bei denen die Erkrankung im Alter von unter 40 Jahren aufgetreten ist. Meistens kommt es zum ersten Ausbruch zwischen 20 und 30. Hier ist der Verlauf in aller Regel schwerer. Seltener ist Typ 2 mit dem Krankheitsbeginn nach dem 40. Lebensjahr, diese Form verläuft oft milder.

Zwischen den Geschlechtern gibt es keine wesentlichen Unterschiede, Schuppenflechte betrifft sowohl Frauen als auch Männer in ähnlichem Ausmaß.

Schuppenflechte – was ist das eigentlich?

Grundsätzlich handelt es sich dabei um eine Autoimmunerkrankung, die schubweise verläuft. Das bedeutet stark vereinfacht, dass der Körper sich in einer bestimmten Art und Weise selbst angreift. Im Falle von Psoriasis führt diese Attacke der Abwehrkräfte zu geröteten Stellen der Haut mit silbrigen Schuppen. Typische Symptome sind:

  • gerötete Haut in einem abgegrenzten Bereich
  • charakteristische silberne Schuppen, die sich ablösen
  • Jucken, Brennen oder auch Stechen der betroffenen Stellen
  • Blutungen

Diese Symptome treten überwiegend an bestimmten Körperstellen wie Ellenbogen oder Knie auf, auch Fußsohlen und Handflächen sind häufiger betroffen. Grundsätzlich kann Psoriasis jedoch überall am Körper vorkommen. Je nach Schwere der Erkrankung können lediglich kleine Stellen vorhanden sein, aber auch größere Flächen bis hin zur Ausbreitung auf den ganzen Körper.

Betrifft die Erkrankung auch die Gelenke, kann es im Laufe der Zeit zu einer Psoriasis-Arthritis kommen.

Die Schuppenflechte kann in Verbindung mit anderen Erkrankungen auftreten. So ist das Risiko bei Personen mit starkem Übergewicht (Adipositas) erhöht, außerdem kann eine grundsätzliche Schwächung des Immunsystems auch eine Schuppenflechte nach sich ziehen.

Dazu kommen psychische Erkrankungen. Durch die Schuppenflechte entsteht bei Betroffenen in manchen Fällen starker Leidensdruck, Ängste vor den Reaktionen von Mitmenschen können ebenfalls vorhanden sein. Wegen solcher Aspekte treten teilweise auch Depressionen als Folge der Erkrankung auf.

Vieles kann Schübe auslösen

Die eine grundlegende Ursache für Psoriasis ist bisher noch nicht festgestellt worden. Ein Faktor ist Vererbung bzw. eine genetische Veranlagung. Familiäre Häufungen der Erkrankung kommen vor, vor allem bei Typ 1. Es können jedoch mehrere Generationen übersprungen werden, außerdem entscheidet nicht die Veranlagung alleine.

Von der Ursache der Erkrankung im Ganzen muss man die Ursache von einzelnen Schüben unterscheiden. Die Symptome der Schuppenflechte treten nicht immer gleich stark auf, sondern durchlaufen meist Phasen, in denen sie stark ausgeprägt sind, sogenannte Schübe, und Phasen, in denen sie nachlassen. Schübe können wiederum sehr viele Auslöser haben, die von Fall zu Fall verschieden sein können. Einer der bedeutendsten Faktoren auf dieser Liste ist Stress bzw. besondere Belastung, aber auch andere Dinge sind denkbar:

  • Infektionen
  • Hautreizungen, z.B. durch Sonnenbrand oder Verletzungen
  • Veränderungen des Hormonhaushaltes, z.B. durch Wechseljahre oder Schwangerschaft
  • Kosmetikprodukte
  • seltener manche Medikamente
  • Alkoholmissbrauch

Diagnose und Behandlung

Die Diagnose einer Psoriasis erfolgt beim Hautarzt, meist schon über das Krankheitsbild. Bei einer unklaren Diagnose oder zum Ausschluss anderer Erkrankungen kann auch eine Hautbiopsie durchgeführt werden. Eine Heilung für die Erkrankung gibt es bisher nicht, jedoch kann man die Symptome durch verschiedene Methoden lindern. Salben werden beispielsweise genutzt, um die Trockenheit der Haut und den Juckreiz zu reduzieren. Je nach individuellem Fall kann auch Lichttherapie zum Einsatz kommen. Die genaue Behandlung hängt vor allem von der Schwere der Erkrankung ab. Während bei leichten Formen Mittel zum Einreiben ausreichen können, können bei schweren Formen auch Spritzen oder Infusionen erforderlich sein. Zudem wird die Therapie dem Einzelfall angepasst, denn die Erkrankung ist bei jedem Betroffenen ein wenig anders.

Gemeinsam ist allen Fällen jedoch: Psoriasis ist nicht ansteckend! Diese Tatsache ist noch nicht allgemein bekannt, was unter Umständen dazu führt, dass andere Menschen die Betroffenen teils meiden. Dazu gibt es jedoch absolut keinen Grund, man kann sich weder durch den Kontakt selbst infizieren noch kann es andere negative Folgen geben.

Unwissenheit der Mitmenschen kann hier zum Leidensdruck der Betroffenen beitragen. Dieser ist durch die Erkrankung unter Umständen ohnehin bereits hoch, zusätzlich zur Behandlung der körperlichen Symptome kann deswegen die psychische Unterstützung eine wesentliche Rolle spielen.

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