Das Thema Organspende ist für alle relevant

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Mit dem Gedanken an den eigenen Tod möchte man sich verständlicherweise nur ungern auseinandersetzen. Im Vorfeld so viele Aspekte wie möglich zu entscheiden, stellt aber eine enorme Entlastung für die Angehörigen dar, die diese Entscheidungen sonst zu treffen haben. Dies gilt zum Beispiel für das Thema Organspende.
Was passiert, wenn ich nichts festlege?
In Deutschland darf eine Organspende nur erfolgen, wenn der Patient dies vor seinem Tod so entschieden hat oder die Angehörigen dies nach dem Tod entsprechend entscheiden. Das bedeutet, wenn man selbst keine Festlegung getroffen hat, sind unter Umständen die Angehörigen mit der Frage konfrontiert, ob Organe oder auch Gewebe gespendet werden dürfen und, wenn ja, welche. Das kann gerade in Situationen, die sehr plötzlich eingetreten sind, beispielsweise nach einem Unfall, sehr belastend sein. Andererseits kann man, wenn man sich selbst mit dem Thema befasst, genau festlegen, welche Organe oder welches Gewebe gespendet werden dürfen, und damit sichergehen, dass die persönlichen Wünsche über den eigenen Tod hinaus respektiert werden.
Welche Organe können gespendet werden?
Beim Thema Organspende ist oft nicht bekannt, dass auch Gewebe gespendet werden kann. Insgesamt kommen also viele wichtige Bestandteile des Körpers infrage, beispielsweise:
- Herz
- Lunge
- Leber
- Niere
- Hornhaut
- Blutgefäße
Es kann für jedes Organ oder jede Gewebeart separat entschieden werden, das heißt, es ist problemlos möglich, sich dafür zu entscheiden, dass beispielsweise die Lunge nach dem Tod gespendet wird, das Herz aber nicht. Oder dass lediglich Gewebe gespendet wird, aber keine Organe.
Wie wird die Entscheidung festgehalten?
Um die Entscheidung zu dokumentieren, dass Organe und/oder Gewebe gespendet werden dürfen und welche, gibt es mehrere Möglichkeiten:
- Organspendeausweis
- Organspenderegister
- Patientenverfügung
Den Organspendeausweis kann man kostenlos online ausfüllen und herunterladen oder auch als Kärtchen erhalten, zum Beispiel unter: https://www.organspende-info.de. Im Organspenderegister können sich Personen ab Vollendung des 16. Lebensjahres selbst registrieren; man muss sich dazu online ausweisen können. Beides gilt als rechtssichere Dokumentation, genauso wie eine Patientenverfügung, in der sich auch zahlreiche weitere Punkte für den Fall der Fälle im Vorfeld bestimmen lassen. Diese Verfügung kann also auch für andere Aspekte sinnvoll sein, die man nicht den Angehörigen überlassen möchte.
Zudem gibt es seit einiger Zeit ein Tattoo, das vielen Studios bekannt ist und dafür steht, dass der Träger Organspender ist. Dieses Tattoo hat aber keinen rechtlich bindenden Charakter und Ärzte dürfen nicht auf dieser Grundlage alleine Organe entnehmen. Es ist jedoch ein Hinweis für Angehörige auf den Wunsch des Betroffenen.
Nicht dokumentiert werden kann die Entscheidung im Testament. Das hat schon rein organisatorische Gründe: Nach dem Tod einer Person dauert es bis zur Eröffnung eines Testaments eine gewisse Zeit. Eine Organspende muss aber schnell erfolgen, je nach Organ innerhalb weniger Stunden, das heißt, die Wartezeit bis zur Testamentseröffnung wäre zu lang.
Wie läuft eine Organspende ab?
Für eine Organspende müssen bestimmte Voraussetzungen zwangsläufig erfüllt sein. Dazu gehört neben der Entscheidung des Betroffenen oder der Angehörigen natürlich, dass das Organ geeignet ist und nicht beispielsweise eine Erkrankung des Spenders die Spende verhindert. Die nächste wesentliche Voraussetzung ist der Eintritt des Hirntods, damit ist die betroffene Person nachweislich verstorben. Dafür werden umfangreiche Untersuchungen durchgeführt, das Ergebnis muss von zwei Fachärzten unabhängig voneinander bestätigt werden. Nur dann ist es erlaubt, Organe zu entnehmen.
Informationen über die Organspende, den Ablauf und die Rahmenbedingungen findet man auf den Seiten vieler Krankenkassen, aber auch direkt beim Bundesgesundheitsministerium unter: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/praevention/organspende/faqs
Wann werden Spender-Organe gebraucht?
Allein in Deutschland warten mehrere tausend Menschen auf eine Organspende. Diese kann notwendig werden, wenn Organe durch eine Erkrankung so stark geschädigt sind, dass sie ihre Funktion verlieren. So können z. B. die Nieren durch Diabetes mellitus oder Bluthochdruck Schäden davontragen. Andere Ursachen für geschädigte Organe können Autoimmunerkrankungen, Infektionskrankheiten oder auch eine Chemotherapie sein. Auch bei Unfällen können Organe von schweren Verletzungen betroffen sein. Dann kann eine Transplantation auch sehr plötzlich nötig werden. Vor allem vor Letzterem ist niemand sicher, grundsätzlich kann also jeder Mensch in die Situation geraten, plötzlich auf eine Organspende angewiesen zu sein. Das Gefühl, von dem Thema nicht betroffen zu sein, kann also entsprechend trügen, und die Auseinandersetzung damit ist grundsätzlich für jeden sinnvoll.
Haben Sie Fragen rund um das Thema Vorsorge? Sprechen Sie uns gerne in der Apotheke an. Wir unterstützen Sie kompetent bei Fragen zu benötigten Medikamenten und informieren Sie auch gerne darüber, wo Sie kostenlose Organspendeausweise zum Ausfüllen erhalten können.




